Neue NÖ Mittelschule für Wirtschaft und Technik Wiener Neustadt

 
 

Pädagogischer Rat I

Hier finden Sie den ersten Teil der pädagogischen Ratschläge.

Vertrauen

Vertrauen

Vertrauen zeichnet intakte Beziehungen zwischen Lehrern, Schülern und Eltern aus. Es erleichtert den Schulalltag, wenn Rückhalt gespürt wird und man sich verlassen kann. Misstrauen ist immer fehl am Platz, jedoch sollen  Vorsicht und Umsicht auch gelernt werden. Natürlich prägen Ereignisse, bei denen man ausgenützt wurde. Doch ist der Ort „Schule“ die beste Gelegenheit, Enttäuschungen zu verarbeiten und wieder Mut zu fassen. Am besten  stellt man sich „worst case“ vor, rechnet im schlimmsten Fall mit einer kalten Dusche und kann so jeden Ausgang einer Situation gut verkraften.  Sich fallen zu lassen, sich dem Gegenüber zu öffnen  braucht Zeit und dennoch ist diese Phase besonders wichtig.  „Handschlagqualität“ und Kompetenz sollten in der Schule eine Selbstverständlichkeit sein. Dennoch gibt es immer wieder Situationen, wo man enttäuscht ist; man denkt, dass das Wort gebrochen wurde. Wurde hier Vertrauen aufs Spiel gesetzt? Nein, darum: Treffen Sie Vereinbarungen mit dem Lehrer schriftlich. Im Normalfall schreibt er ein  Protokoll, listet die Inhalte des Gesprächs auf und dann unterschreiben beide Seiten. Das ist eine Gepflogenheit, die in der Schule noch nicht so gebräuchlich ist, aber sie stellt klare Bedingungen her und erleichtert enorm das Zusammenleben. Konkretes Formulieren, Zuhören, das Eingehen auf Wünsche, das Suggerieren von Verlässlichkeit und ein erfrischender Humor wirken vertrauensfördernd. Geduld und Ausdauer spielen hier eine wesentliche Rolle; schnell, schnell geht nichts.
Vertrauen hat auch viel mit Selbstvertrauen zu tun. Und davon kann man nicht genug haben. In der Kindheit wird der Grund dazu gelegt. Wer in seinem Tun in frühen Jahren voll und ganz unterstützt wurde, kann sich das mühvolle Aneignen in späteren Jahren ersparen. Schwächen erkennen, akzeptieren und an deren Beseitigung arbeiten - dann lebt es sich leichter.

Gute Vorsätze zu Beginn des Schuljahrs

Gute Vorsätze zu Beginn des Schuljahrs

Ein neues Schuljahr mit vielen guten Vorsätzen hat begonnen

Neue Ziele zu Schulbeginn zu haben zeugt von einer positiven Einstellung. Vorfreude auf Neues verdrängt Angst vor Unbekanntem. Daher ist es von Vorteil, wenn Eltern sich wohl überlegen, wie sie einen Schuleinstieg oder Schulstart unterstützen können.
Der Spruch vom „Ernst des Lebens“ sollte absolut ein Tabu sein. Er lässt die Interpretation zu, dass Leben eigentlich Freizeit wäre.
Kinder oder Jugendliche sollten die Möglichkeit haben, über den Tag in der Schule zu sprechen. Freunde, Lehrer oder auch Eltern der Mitschüler sind ein sehr ergiebiges Thema.
Schlechte Urlaubsplanung, die auch die Schulzeit betrifft, hindert das Kind am  reibungsfreien  Lernen. Ein schlechter Schulstart ist vorprogrammiert, wenn man erst am Sonntag vor dem ersten Schultag aus dem Urlaub zurückkehrt oder gar erst Tage nach Schulbeginn in der Schule erscheint. Ein zu früher Start in den Urlaub - etwa  im Juni -  ist kontraproduktiv,  da gerade in den letzen Schultagen Lerndruck wegfällt und man positiv am Klassenklima arbeiten kann.
Wichtig ist auch eine Zu-Bett-Geh- Regel, die nur in seltenen Fällen gebrochen werden sollte. Geordnete Essens- und Fernsehzeiten bringen Regelmäßigkeit und eine angenehme Wohlfühlphase.
Reflektion, was im alten Schuljahr gut oder schlecht gelaufen ist, und das Fassen von guten Vorsätzen sind motivierend für die Zukunft.
Wenn Eltern und Kinder gemeinsam das vergangene Schuljahr kritisch betrachten und gemeinsam Pläne schmieden, so zeigt das, dass beide am Erfolg arbeiten wollen. Ängste soll das Kind aussprechen lernen. Oft bedarf es nur einer anderen Sichtweise, um über den eigenen Schatten zu springen.
Das Packen der Schultasche am Vortag, samt gefülltem Pennal und Heften in der Mappe, macht Freude. Das Werkzeug der Schüler ist es eben, ohne das es kein qualitätvolles Lernen gibt.

Disziplin

Disziplin

Disziplin: heute noch nötig?

Disziplin ist in unserer Zeit wichtiger als jemals zuvor. Ein „Halten an …“ erleichtert das Leben. Eine Erziehung, die allzu viel Spielraum lässt, scheint zu undiszipliniertem Verhalten zu führen. Dies ist jedoch nicht immer richtig. Die Neugierde, die eigenen Kräfte zu erproben, ist wichtig für die Entwicklung des Jugendlichen. Nur dadurch können Motivation und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten steigen.
Je strukturierter der Alltag zu Hause, in der Schule und im Freundeskreis verläuft, desto mehr kann das Vertrauen in die eigene Kraft gestärkt werden. Eine realistische Selbsteinschätzung baut auf diesen Werten auf. Natürlich braucht es Lob, Anerkennung und Aufmerksamkeit. Das Finden eines eigenen Lernrhythmus braucht oft Zeit, doch hat man ihn einmal gefunden, versetzt er Berge. Ein geduldiges, liebevolles Hinführen zu Erkenntnissen ist weit erfolgreicher als Dauernörgeln und Vorwürfe.
Wissenserwerb kann nicht immer Spaß machen. Erwachsene kennen das Gefühl des Sichüberwindens und auch das schöne Gefühl, ein Ziel erreicht und etwas erledigt zu haben. Die ersten Begegnungen mit Pflichten sind oft schmerzhaft. Disziplin und Selbstüberwindung begleiten uns das ganze Leben, um in eine gute Balance zu kommen. Das ist bei Kindern nicht anders. Motivation und Freude am Lernen zu vermitteln sehe ich als Aufgabe der Eltern und der Lehrer. Natürlich muss das Kind die Bereitschaft mitbringen, sich einzuordnen, anzupassen und sich anzustrengen. Gespräche zu Hause, in denen Wünsche, Beschwerden und Regeln besprochen werden, helfen Zeit zu sparen. Widerstände müssen ernst genommen und geklärt werden.
Disziplin ist die Summe von Grundvoraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit schulische Erfolge ermöglicht werden. Nicht blinder Gehorsam, sondern das Erreichen vorgegebener Lernziele bei gleichzeitiger Achtung der Persönlichkeit, ist gemeint.

Schulutensilien

Schulutensilien

Schulutensilien sorgsam gewählt
Ungeeignete Schreibutensilien, wie schlechte Füllfedern und Kugelschreiber, sind nicht nur für Schuleinsteiger ein großes Problem. Sie verderben womöglich die Lust auf eine saubere, schöne Heftführung, wenn sie nicht passen. Jeder weiß, dass Inhalte beim Lernen besser eingeprägt werden können, wenn eine gut leserliche Schrift in den Heften vorgefunden wird. Außerdem bereiten gute Mitschriften auch Freude, da man stolz auf seine Arbeit sein kann. Schreiben ist eine Grundvoraussetzung für den schulischen Erfolg und gilt als Spiegelbild der Persönlichkeit. Eine ergonomisch geformte Füllfeder erleichtert die Entwicklung eines ordentlichen Schriftbildes. Im Fachhandel kann sie problemlos ausprobiert werden. Mit ihr ist das Schreiben ohne Kraft möglich, so wie das von einem optimalen Arbeitsgerät auch erwartet werden kann. Denn wenn der Stiel starr umklammert wird, verkrampfen sich nicht nur die Finger. Schultern und Genick versteifen sich, Kopfweh und in weiterer Folge Konzentrationsstörungen sind oft die Folgen. Achten Sie beim Kauf auf den Preis, wählen Sie aber nicht die billigste Füllfeder. Das Preis-Leistungsverhältnis muss stimmen. Trotzdem ist eine hochwertige Füllfeder ein bisschen teurer, doch kann Ihr Kind mit einem schönen Schreibgerät einen sorgsamen Umgang lernen. Es soll das Stück für Jahre verwenden. Wird das Schulkind in die Auswahl eingebunden, wird es auch darauf Acht geben.  Kugel- und Faserschreiber sind nicht zu empfehlen, sie verführen zum schlampigen Schreiben. Übrigens:  Schönschreiben wird zwar in der Schule nicht mehr benotet, aber es sollte gelernt werden. Früher wurde im Zeichenunterricht mit Tinte und Feder eine Schönschrift geübt, also das langsame Führen des Schreibgerätes. Gefühl und Geduld wurden geschult. Das sind Eigenschaften, die auch im späteren Berufsleben sehr nützlich sind.
Karin Kaiser, MSc

Missbrauch

Missbrauch

Missbrauch
Leider ist Missbrauch an Kindern, Jugendlichen, Frauen und auch Männern traurige Realität. Institutionen, die Gepeinigten helfen, gibt es ja schon sehr lange. Gemeindeämter geben Adressen vor Ort gerne weiter. Das Bedürfnis, darüber zu sprechen -  oft erst Jahrzehnte danach - zeigt, dass missbrauchte Menschen scheinbar eine Befreiung verspüren und die Auswirkungen des Schweigens Spuren hinterlassen haben. Eltern und Schulen sind mehr denn je gefordert. Präventive Arbeit ist angesagt, damit gelernt wird, sich zu wehren und sich der Mut zum Nein sagen entwickeln kann. So ist es hilfreich für LehrerInnen, Informationen über Präventionsarbeit beim Landesschulrat (Schulpsychologie) und bei Gemeindeämtern (geben vor Ort Institutionen bekannt, Sozialarbeiter helfen) einzuholen. Rollenspiele im Deutschunterricht, um  NEIN sagen zu lernen, sind wirkungsvoll. Im Turnunterricht kann  trainiert werden, davon zu laufen und um Hilfe zu schreien. Selbstverteidigungskurse werden in Schulen auch gerne angenommen.  Externe Trainer haben oft einen anderen Zugang zu den Kindern und sind vor allem geübt im Umgang mit dieser Thematik. Missbrauch geschieht in den meisten Fällen im engen sozialen Umfeld, sprich in der Familie. Dass dies eine zusätzliche Hürde bedeutet, ist jedem bewusst. Doch was ist Missbrauch? Missbrauch beginnt dort, wo Grenzen überschritten werden und die Abhängigkeit dadurch ausgenützt wird. Dies kann in körperlicher, seelischer und sexueller Hinsicht geschehen.  Kinderschutzzentren sind auf alle Fälle unentbehrlich geworden: Nicht nur Opfer, sondern auch Angehörige und Lehrer können dort kostenlose therapeutische Unterstützung einholen.
„Augen und Seele  auf“, damit professionelle Hilfe geleistet werden kann.

Der Biss zum Lernen

Der Biss zum Lernen

Der richtige Biss zum Lernen
Nicht jeder hat immer Freude und  Motivation zum Wissenserwerb. Nicht jeder hat von klein auf Lust zum Lernen. Dass  Schulbildung viel mit Üben, Disziplin und Training zu tun hat, ist für die meisten klar. Die Umgebung trägt viel dazu bei, ob wirklich effizient gelernt werden kann oder nicht. Ein laufendes Fernsehgerät oder laute Gespräche lenken sicherlich ab. Doch jeder Mensch lernt anders. Es ist daher von Vorteil, wenn der eigene Lerntyp bekannt ist und die breite Palette aller Möglichkeiten an Wissenserwerb angewendet werden kann. Erfahrungsgemäß sind visuelle Lerntypen am häufigsten. Alles, was gesehen wird, prägt sich sehr gut ein. Ein klares Schriftbild, das Hervorheben durch Farben, das Anfertigen von Exzerpten und Skizzen tragen zum Erfolg bei. Der auditive Lerntyp braucht die Sprache und das Gehörte.  Das Vorsagen oder das laute Wiederholen des Gelernten ist  effizient. Der motorische Lerntyp ist immer in Bewegung, hält das Heft in der Hand, geht dabei auf und ab,  wirft den Kugelschreiber in die Höhe, fängt ihn wieder,… Lernen mit allen Sinnen ist kein Schlagwort mehr: Helfen Sie ihrem Kind beim Erkennen seinesTyps und ergänzen Sie  geeignete Hilfsmittel, etwa Medien, einen PC oder auch einen Sitzball. Und vergessen Sie nicht: Pausen, frische Luft, ein Getränk oder ein Jauserl bringen Kraft und nicht nur Abwechslung in den Lernalltag.

Tipps für die Ferien

Tipps für die Ferien

Endlich Ferien!
Nach 10 Monaten Lernen beginnen die heiß ersehnten Sommerferien. Nicht nur Schülerinnen, Schüler und Pädagogen freuen sich, auch Eltern sehen Entspannung. Doch sind 9 Wochen Ferien wirklich zum Nichtstun da? Im Monat Juli ist es so zu sehen, denn da kann man so richtig Kind sein und muss an nichts denken. Baden, Spielen, Urlaub stehen im Mittelpunkt.  Die Erinnerungen an die Kindheit und Jugendzeit sind oft die Zeit der Sommerferien. Im August, wenn die Abende in den meisten Fällen bereits kühler werden, kann man sich bereits an ein regelmäßigeres zu Bett gehen gewöhnen. Und spätestens 2 Wochen vor Schulbeginn  soll der Rhythmus wieder ähnlich dem des Schulalltages werden. Zu empfehlen ist ein tägliches Training des Einmaleins in mündlicher Form und das Üben einfacher Divisionen und Textbeispiele.  Diktate, freies Schreiben in angepasster Art und Weise und eine tägliche Leseeinheit runden das Lernprogramm ab. Sport und Bewegung in frischer Luft sollte in den Sommerferien ein Hauptthema sein. Gezieltes, mit der eigenen Uhr kontrolliertes Fernsehen und Computer spielen sollte 1 Stunde am Tag nicht überschreiten. Eine Hilfe ist auf alle Fälle ein Ferientagebuch, in dem die Kinder die Aktivitäten mit Zeitangabe aufschreiben. Dies dient nicht nur zur Verbesserung der Schreibfähigkeit sondern fördert auch bewusstes Leben. Ernährungshinweise, bei denen auf Obst, Vollkornprodukte, Gemüse, wenig Zucker und Chips hingewiesen wird, passen auch gut zum Entspannen und Relaxen. Also: Nichtstun, viel Sport und gesundes Essen machen die Jugendlichen fit für den Schulbeginn.